Gebiete des Monats

In unserer Rubrik "Gebiet des Monats" stellen wir Ihnen alle vier Wochen ein neues Naturgebiet zum wandern, radfahren oder Seele-Baumeln-Lassen vor.

Im Wonnemonat Mai geht es für unser Gebiet des Monats mal nicht auf Schusters Rappen durch das Stiftungsland: Die Elbmarsch im Kreis Pinneberg nördlich von Hamburg lädt zu einer Radtour am Wasser ein. Auf der rund 35 Kilometer langen Tour geht es vorbei an grünen Deichen mit weißen Schafen sowie dem Stiftungsland Haseldorfer Binnenelbe, das direkt an den naturnahen Ufersäumen der Elbe liegt. Beim Radeln ziehen die satt grünen Marschwiesen an einem vorbei, auf denen zu dieser Jahreszeit Wildgänse, Enten, Kiebitze und Störche anzutreffen sind. Etwas genauer müssen Naturliebhaber hinsehen, wenn sie den in den Röhrichten lebenden Wachtelkönig, die Rohrdommel oder die Bartmeise erspähen wollen.

Ausgangspunkt für die Fahrradtour ist Neuendeich. Von hier geht es zunächst an der Pinnau entlang, über das Sperrwerk Richtung Elbe, der Weg führt an hübschen Häusern mit Reetdach und gepflegten Gärten mit bunten Blumen vorbei. An der Haseldofer Binnenelbe angekommen, geht es über den Deich und dann immer am Deich entlang. Auf dem befestigten Plattenweg lässt es sich hervorragend radeln – nur hin und wieder heißt es absteigen, wenn ein Klapptor zu überwinden ist oder es sich Schafe auf dem Weg bequem gemacht haben.

Auf dem Weg liegt die Carl Zeiss Vogelstation. Mittwochs, donnerstags, samstags sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 10 und 16 Uhr kann die emsige Vogelwelt aus den Beobachtungshäuschen bestaunt werden.

Säbelschnäbler, Flussregenpfeiffer und Austernfischer – die Zahl der hier lebenden gefiederten Freunde ist lang. Das Kiebitzfest startet hier am Sonntag, 23. April, um 10 Uhr.

Auf dem Weg zurück nach Neuendeich lohnt sich ein kleiner Abstecher nach Hetlingen, zu einer Rarität! Jedes Jahr Mitte bis Ende April strecken zarte Blumen mit extravagantem Schach-Muster ihre Köpfe in den Frühlingshimmel: die seltene Schachblume ist hier beheimatet. Ihr zu Ehren wird Jahr für Jahr ein Fest gefeiert, in diesem Jahr (2017) am Sonntag, 23. April.

Weiter geht es an Wiesen und Feldern und hübschen Wohnhäusern vorbei bis nach Haseldorf, wo das nächste Highlight dieser Tour wartet: das Elbmarschenhaus. Bei einer kleinen Rast kann sowohl das Außengelände als auch die Ausstellung über Kultur und Natur in den Elbmarschen entdeckt werden. Geöffnet ist das Elbmarschenhaus immer mittwochs bis sonntags zwischen 10 und 16 Uhr.

Lassen Sie sich von unserer Fotostrecke über unsere Radtour inspirieren. Eine Karte finden Sie hier zum Herunterladen. Wer sich für die Tour ein Fahrrad mieten möchte, wird zum Beispiel beim Fahrradverleih in Neuendeich fündig.

AUFGEPASST: Wir verschenken fünf große Fahrradklingeln an die ersten fünf Personen, die auf dem Kiebitzfest beim Stand der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein das Stichwort "Wildes Schleswig-Holstein" nennen!

 

 

Die Fahrradtour führt zu großen Teilen am und auf
dem Deich entlang.
Die seltenen Schachblumen blühen von Mitte bis
Ende April.
Wer unter den ersten fünf das Stichwort
"Wildes Schleswig-Holstein" am Stand der Stiftung
Naturschutz Schleswig-Holstein auf dem
Kiebitzfest sagt, erhält eine von fünf Klingeln!

Fotostrecke: Fahrradtour am Stiftungsland Haseldorfer Binnenelbe entlang (etwa 35 km).

Eine der letzten intakten offenen Binnendünen Schleswig-Holsteins ist im Stiftungsland Nordoe zu erleben! Die Binnendünenlandschaft südlich von Itzehoe im Kreis Steinburg wurde im Frühjahr 2014 zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist hier vor allem mit ihrem Projekt „LIFE Aurinia“ zur Rückkehr des Goldenen Scheckenfalters, einem sehr seltenen Tagfalter, aktiv.

Das rund 400 Hektar große Gebiet wurde in der Vergangenheit überwiegend militärisch genutzt, es ist daher nie landwirtschaftlich genutzt worden, also auch nicht gedüngt. So findet sich hier ein bemerkenswerter Artenreichtum: seltene Pflanzen wie der lila blühende Teufelsabbiss oder die leuchtend gelbe Arnika sind hier ebenso zu Hause wie seltene Vögel wie die Heidelerche. Damit die Binnendüne nicht zuwuchert, grasen Rinder, Pferde und Ziegen in dieser halboffenen Weidelandschaft, die robusten Tierrassen auch das ganze Jahr über.

Das Wanderwegenetz in Nordoe ist gut ausgebaut und führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, die zu jeder Jahreszeit ihren Reiz hat.Teilweise führen die Wege über die Wilden Weiden der Pferde und Rinder.

Zu einem kleinen Picknick laden entlang der Hauptwege zahlreiche Bänke und auch Tische ein.

Im Frühjahr rufen aus den flachen Teichen Kreuzkröten und Knoblauchkröten. Das erste "Froschkonzert" der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein beginnt dieses Jahr ebenfalls in Nordoe.
Im Herbst lohnt sich unbedingt ein erneuter Besuch, denn dann überzieht Heide die Dünen-Landschaft. Das Team vom Wilden Schleswig-Holstein war schon einmal unterwegs und hat die Wege erkundet. Hier kann eine Wanderkarte heruntergeladen werden. Ausgangspunkt der Wanderung ist der Krebsweg in 25578 Dägeling. 

Fotostrecke: Wanderung im Stiftungsland Nordoe.

Mit beginnendem Frühling zieht es so manchen hinaus in die Weite der Niederungslandschaften und der Moore. Hier lassen sich die ersten Strahlen der Frühlingssonne besonders intensiv genießen. 

Etwa vier Kilometer westlich der Gemeinde Hohn bei Rendsburg, mitten in einer fast 1000 Hektar großen Niederung, liegt das Stiftungsland Hartshoper Moor. Seit die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hier das Hochmoor renaturiert, leben die moortypischen und größtenteils seltenen Arten wieder auf. Vögel wie Kranich und Rohrweihe, Pflanzen wie Wollgras und Moorlilie, Libellen, Schmetterlinge und der Moorfrosch– sie alle sind wieder da und breiten sich aus.

Anfang März an den ersten warmen Tagen zeigen sich mit etwas Glück die zur Laichzeit himmelblauen Moorfroschmännchen.

Ihr rufen klingt wie das Blubbern von Luftblasen, die an die Wasseroberfläche steigen. Aber auch Blaukehlchen, Rohrammern, Lerchen und Goldammern brüten im Gebiet und sind zu beobachten.

Das Team des Wilden Schleswig-Holsteins erkundete das Hartshoper Moor auf zwei kleinen Touren. Die kleine Tour (4 km) verläuft auf Plattenwegen direkt durch das Moor. Die größere Strecke (7 km) beinhaltet im Süden eine kleine Teilstrecke entlang einer schmalen Straße. Die Touren können Sie sich hier als Wanderkarte herunterladen.

Eine Parkmöglichkeit befindet sich am Rande der Straße Schemelsdamm, 24806 Sophienhamm. Weitere Informationen zum Moor finden Sie auch hier im Gebietsflyer.

Fotostrecke: Wanderung im Stiftungsland Hartshoper Moor.

Verschlafen und hügelig liegt das schöne Stiftungsland Hessenstein in der Gemeinde Panker (Kreis Plön). Wo im Sommer die Margeritenwiesen blühen, erstreckt sich im Winter eine still daliegende Landschaft mit grasenden Highland-Rindern, kleinen Teichen und Trampelpfaden.
Die relativ kleinen Robustrinder haben ein imposantes Gehörn, sind aber für ihr ruhiges und sanftes Gemüt bekannt. Spaziergänger können durch Klapptore hindurch direkt über ihre Weide wandern. Da die Tiere ganzjährig draußen leben und nur wenig Menschenkontakt haben, wird trotz aller Sanftmut der Rinder empfohlen, einen gesunden Abstand zu halten um die Tiere nicht zu verunsichern.

Ausgangspunkt für eine Wanderung kann die Wilde Weide am Fresendorfer Weg, 24321 Panker sein (Breiten und Längengrad: 54.312729, 10.564215).

Der Wanderweg führt zunächst über die Weiden, dann zu einem Übernachtungsplatz des Wilden Schleswig-Holsteins und etwas später zu einem Rastplatz mit Sitzbänken an einem Teich. Vorbei entlang eines Waldrandes geht es  zurück zum Ausgangspunkt.

Der kleine, ca 2,5 km lange Rundwanderweg lässt sich leicht mit dem Besuch des Eiszeitmuseums (an der Landstraße 165 zwischen Lütjenburg und Schönberg) und des ausgeschilderte Aussichtsturms Hessenstein im Wald verbinden. Die Route über die Wilde Weide ist in unserer Wanderkarte rot eingezeichnet. Routen zu den Ausflugsorten sind mit einer gelben gestrichelten Linie dargestellt. Insbesondere auf der Rücktour vom Turm "Hessenstein" lässt sich auch einer der alternativen Waldwege wählen, die in der Karte zu sehen sind.

Fotostrecke: Wanderung im Stiftungsland Hessenstein (ca. 2,5 km)

Durch die Gletscher der Eiszeit geformt, erstreckt sich das Eidertal von Kiel bis nach Bordesholm. Es bietet Erholungssuchenden mehrere Wanderwegeabschnitte in einer von Kulturlandschaft und Auenlebensräumen geprägten Umgebung.

Die Wege sind größtenteils gut befestigt und führen oft in unmittelbarer Nähe des Flusses Eider entlang. Während Spaziergänger in Schulensee (Kiel) und Flintbek direkt neben der Eider entlanggehen können, wird der Fluss in Schmalstede von Wilden Weiden gesäumt, auf denen Konikpferde und Robustrinder die Landschaftspflege übernehmen. Im Sommer ist das „Obere Eidertal“ außerdem ein beliebtes Ausflugsziel für im Steuern geübte Kanufahrerinnen und –fahrer.

Wer eine längere Wanderung plant, hat die Möglichkeit im Eidertal unter freien Sternenhimmel zu übernachten.

Wanderroute Reesdorf-Schmalstede

Hinter einer kleinen Bahnunterführung im Eiderweg bei Reesdorf (Breitengrad 54.19661788, Längengrad 10.05070519) liegt mit einem kleinen Sandparkplatz der Ausgangspunkt der Wanderung. Nach überqueren der kleinen Straße führt der Wanderweg Richtung Schmalstede.

Auf diesem Weg befindet sich auch etwas versteckt auf der linken Seite der Übernachtungsplatz. Nach Regen kann der Anfang des Weges etwas matschig sein. Der Naturboden ist aber meist gut befestigt und wird später zum Asphaltweg. Nach dem kleinen Örtchen Schmalstedte geht es wieder über den Eiderweg zurück zum Ausgangspunkt. Auf der Wanderung können neben den Wildtieren des Eidertals auch Koniks, Galloway-Rinder und Heckrinder beobachtet werden. Hier gibt es die Wanderkarte zum Download.

Infos zum Gebiet

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein stellte zusammen mit Ortspolitikern, und Ämtern der Landesregierung vor Ort ein großes Wiedervernässungs- und Beweidungsprojekt auf die Beine.  Rund 300 Hektar, davon 150 ha in öffentlichem und 150 ha in privatem Eigentum umfasst dieses Projekt. Die Vernässung dient der Wiederherstellung der Fließdynamik der Eider und der Entwicklung flussbegleitender natürlicher Lebensräume, wie z.B. Erlenbrüche. Auf rund 400 entstand eine halboffene Weidelandschaft, die von Robustrindern und Konikpferden gepflegt wird.

Die Eider schlängelt sich durch wilde Wiesen.
Koniks und Robustrinder grasen im Eidertal.

Fotostrecke: Wanderung im Eidertal zwischen Reesdorf und Schmalstede
Wanderroutenlänge: ca. 4,5 Kilometer

Hier finden Sie unsere Gebiete des Monats aus 2016 und 2015.